Ergolding, 12.09.2013

Extralob für ,,Fachgruppe Kaffee und Kuchen”

Bundesinnenminister Friedrich würdigt Engagement der Ergoldinger THW-Ortsgruppe   Wenn es nach Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich geht, dann wird unter dem Dach des Technischen Hilfswerks (THW) womöglich schon bald eine neue Sparte eingeführt: die ,,Fachgruppe Kaffee und Kuchen“. Als der oberste Dienstherr des THW am Donnerstagnachmittag der Ortsgruppe Ergolding einen Besuch abstattete, konnte er sich jedenfalls nur schwer von dem imposanten Büfett trennen, das die Frauen und Mütter der örtlichen THW-Aktiven in ihrer Unterkunft an der Hütwiesstraße arrangiert hatten und das dem Minister ein dickes Kompliment an die Kuchen- und Tortenbäckerinnen abnötigte. ,,Daran sieht man einfach, dass das THW ein Familienunternehmen ist“, sagte der Minister.

Friedrich war am Donnerstag vor seiner Stippvisite bei der Firma Datawin in Sachen Zivil- und Katastrophenschutz in Ostbayern unterwegs. Dabei hatte er am Vormittag zunächst ein Dekontaminationsfahrzeug an die Freiwillige Feuerwehr in Altötting übergeben, das für mehr Sicherheit im bayerischen Chemiedreieck sorgen soll, ehe er am frühen Nachmittag im Landkreis Landshut eintraf. Dass er zur THW-Ortsgruppe in Ergolding mit leeren Händen kam, lag allerdings nicht an ihm. Der Minister wollte vielmehr bei dieser Gelegenheit den unermüdlichen THW-Aktiven, die im Juni bei der Bekämpfung der Jahrhundertflut im Einsatz waren, die von ihm initiierte Fluthelfermedaille verleihen. Dabei wurde ihm aber ein Strich durch die Rechnung gemacht, weil die Anfertigung der Medaille erst europaweit ausgeschrieben werden muss und deshalb aller Voraussicht nach erst kurz vor Weihnachten verliehen werden kann, so dass Friedrich seinen Dank vorerst nur mit Worten zum Ausdruck bringen konnte.

Um Worte war auch THW-Ortsbeauftragter Walter Brams nicht verlegen, für den es eine große Ehre war, dass seine Ortsgruppe dem zuständigen Minister zeigen könne, "wo das Geld eingesetzt wird und was wir daraus machen". Denn das THW sei ein Paradebeispiel dafür, wie die große Politik ganz praktisch bei den Menschen ankomme, etwa durch den Technischen Zug, die Basiseinheit jeder Ortsgruppe. Dass sich der Minister schriftlich bei den Arbeitgebern der Hochwasserhelfer für deren Entgegenkommen bedankt habe, sei ebenfalls sehr gut angekommen.

,,Das THW hat einen sehr hohen Stellenwert in Politik und Gesellschaft“, konstatierte Brams. Damit dies auch in Zukunft so bleibe, müssten jedoch Ortsgruppen wie Ergolding weiterhin finanziell unterstützt werden, damit zum Beispiel der veraltete Fuhrpark erneuert, die vor mehr als 75 Jahren errichtete Unterkunft modernisiert oder die Notstromversorgung verbessert werden kann, die zu den Spezialgebieten des THW Ergolding gehört. ,,Diese Punkte sind ein absolutes Muss, um einen attraktiven Dienst anbieten und junge Menschen fürs THW begeistern zu können“, betonte Brams mit Blick auf die Nachwuchsarbeit, das Aushängeschild des Ergoldinger THW.

Dass die vom Bund zur Verfügung gestellte Grundausstattung nicht ausreiche, um optimal für Hochwasser- und Erdbebeneinsätze oder die Logistische Unterstützung gerüstet zu sein, verdeutlichte Brams anhand der Fahrzeuge, die die örtlichen THW-Mitglieder dank ihres ehrenamtlichen Engagements so wie mit Hilfe von Spenden finanziert haben. Nötig wäre eine Erhöhung des Budgets, so Brams: ,,Denn das THW ist ein einzigartiges Instrument, mit dem Deutschland in aller Welt effektiv und zuverlässig Hilfe leisten kann."

Auch wenn der Minister vom Engagement der Ergoldinger Helfer sichtlich angetan war, konnte er ihnen in finanzieller Hinsicht- allerdings keine großen Hoffnungen machen: ,,Wir werden mit den vorhandenen Mitteln auskommen müssen.“ Immerhin seien dem THW im vergangenen Jahr zwei Millionen Euro mehr die Öffentlichkeitsarbeit bewilligt worden, um verstärkt Mitglieder- und Nachwuchswerbung betreiben zu können durch die Abschaffung der Wehrpflicht besteht auch nicht mehr die Möglichkeit, sich vom Grundwehrdienst freistellen zu lassen und alternativ beim THW anzuheuern. Deshalb müsse man auf der Suche nach neuen Mitgliedern früher ansetzen und schon bei den Zehn- bis Zwölfjährigen die Neugier für das THW wecken.

Dabei gelte es auch die Gunst der Stunde zu nutzen, denn nach der verheerenden Flut seien wieder vermehrt Anfragen von Interessenten und auch eine größere Aufgeschlossenheit ehrenamtliches Engagement festzustellen, so Friedrich. ,,Wir müssen raus und den Leuten zeigen, was das THW ist und was die Leute können, die beim THW sind.“ Wer gegen die Vollkaskomentalität etwas unternehmen wolle, müsse auch das ehrenamtliche Engagement entsprechend würdigen, betonte der Innenminister und sprach der Ortsgruppe seinen ,,Dank für die geleistete Einsatzbereitschaft“ aus. Denn wer sich beim Technischen Hilfswerk engagiere, leiste über den eigentlichen THW-Auftrag hinaus einen Dienst an den Menschen und für die Gesellschaft und sei letztlich auch ein Gewinn für die Demokratie und immun gegen Extremismus.

Text: Horst Müller -Landshuter Zeitung-

Ein Dank von dieser Seite geht auch an unser Helfervereinsmitglied Florian Oßner (MdB), der den Besuch möglich machte.


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